Bevor ich Carina kennenlernte, hatte ich einige Jahre mit Depressionen und mehreren Burnouts hinter mir. Ich hielt mich für wenig belastbar, war schnell frustriert, und mein Selbstwertgefühl wies Lücken auf. Zwar hatte ich bereits vor vielen Jahren von EMDR gehört, doch ich wusste nicht, dass in mir ein paar kleine Traumata schlummerten, die mir heimlich Kraft raubten. Eigentlich hatte ich eine schöne, wohlbehütete Kindheit mit liebevollen Eltern gehabt – Missbrauch, Vernachlässigung oder körperliche Strafen lagen fern. Und dennoch tauchten in der Therapie mit Carina einige Situationen aus meiner Kindheit auf, die ich nicht richtig verdaut hatte. Diese führten im Alltag dazu, dass ich beispielsweise sehr wütend wurde, wenn mir die erbetene Hilfe verwehrt blieb, dass ich mich über meine Kräfte hinaus anstrengen zu müssen glaubte oder dass ich meine eigenen Grenzen nicht spüren konnte. Diese Energiefresser ließen mir immer wieder die Kraft ausgehen.
In der Therapie arbeiteten wir die ursprünglichen, schlecht verdauten Situationen auf. Ich bemerkte nach ein paar Tagen, dass das Leben ein kleines bisschen leichter geworden war. Mit der Zeit musste ich nicht mehr wie fremdgesteuert wütend werden, konnte meine Grenzen wahrnehmen und freundlich nach außen kommunizieren. Für den gesamten Prozess waren mehrere Therapiesitzungen nötig. Ich fand es sehr gut, dass Carina mich behutsam durch den Prozess begleitet hat. Es gab keine festen Therapieabstände. Carina weiß, dass jeder Mensch und jede Psyche unterschiedlich sind – daher wurde der Ablauf individuell angepasst.
Angenehm fand ich auch, dass die Therapie bei Carina keinerlei Auswirkungen auf meine parallel laufende Therapie bei einer psychologischen Psychotherapeutin hatte. Ich hatte mit beiden Seiten abgesprochen, was ich vorhatte, und mir grünes Licht geben lassen. Während der beiden parallel laufenden Behandlungen berichtete ich jeweils selbst vom Stand der anderen Therapie. Wichtig war mir auch, dass Carina mir die Behandlung mit Antidepressiva nicht auszureden versuchte. Ich bin der Meinung, dass diese in meinem Fall nötig und hilfreich war. Erst jetzt traue ich mich – in Absprache mit meinem Psychiater – niedrigere Dosierungen auszuprobieren. Ich hoffe, dass sich mein Gehirn im Laufe der Zeit so weit regenerieren konnte, dass es wieder selbst die richtige Mischung der Botenstoffe regulieren kann. Dabei kann ich mir Zeit lassen, denn mir geht es gut, und ich kann jetzt besser auf mich selbst achten.